Dingweg

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Frau Prof. Dr. Renate Girmes (Kulturschalten Otto-von-Guericke Universität) eröffnete zusammen mit Herrn Dr. Rüdiger Koch (Beigeordneter Dezernat Kultur, Schule und Sport) und Herr Dr. Dieter Scheidemann (Beigeordneter Dezernat für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr) den Dingweg am 08.02.2013. Foto: Kulturschalten.

Die Eröffnung des Dingwegs

Im Bahnhof Magdeburg-Buckau (Porsestraße 16) wurde am 08.02.2013 die erste Etappe des „Dingwegs“ eröffnet.

Buckau ist wie jeder Stadtraum ein Versammlungsort von verschiedenen Dingen: Alltagsdingen, Kunstdingen, Gebäuden, natürlichen Dingen und Menschen, die alle zusammen eine bestimmte städtische Atmosphäre entstehen lassen. Diese Atmosphäre ändert sich, wenn neue Elemente/ Objekte/ Dinge in das bestehende ‚Ensemble‘ eingefügt werden.

Das wird mit der Eröffnung des Dingweges und zunehmend in den nächsten Wochen und Monaten an etlichen Stellen im Stadtteil Buckau der Fall sein: Der Stadtteil wird durch Objekte wie etwa farbige Elemente, Texte, Kunst, Fotos, Figuren ‚bereichert’.

Der Dingweg verbindet diese in den Stadtteil temporär eingefügten neuen Objekte. Er setzt sich also zusammen aus Installationen verschiedenster Art, mit denen leere Fenster und Flächen gefüllt und ‚bespielt’ werden sollen, z.B. um Plätze und Straßen lebendiger, ruhiger, schöner, anregender, etc. wirken zu lassen.

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Ein Plakat am Buckauer Bahnhof, einer Station des Dingwegs. Foto: Kulturschalten.

Die erweiterten städtischen Ensembles, die so entstehen, werden in den kommenden Wochen und Monaten an Objekten weiter hinzugewinnen. So wird der ‚Klang‘ des städtischen Ensembles Buckau sich im Zuge dieser temporären ‚Einspielungen’ immer wieder verändern und weiter entwickeln. Das geschieht in der Hoffnung, dass schrittweise der ganze Stadtteil von manchem Stimmengewirr zu einem wohlstimmigen Gefüge von ‚Klängen’ werden kann.

Wer dazu Vorschläge einbringen mag und geeignete Flächen besitzt oder kennt, die sich noch ‚bespielen’ ließen, ist eingeladen, sich dazu mit Ideen an das Projekt- und KuratorInnen-Team zu wenden. Kontakt Kulturschalten: +49 152 51 83 8504.

Was sich mit dieser Stadtteilentwicklungsidee für städtebauliche und kulturelle Ziele und Visionen verbinden lassen, dazu präsentierten und erläuterten am 08.02.2013 die KooperationspartnerInnen und „Freunde des Dingwegs“ ihre Vorstellungen und tauschten sie mit den Gästen aus.

 

 

Pressestimmen zur Eröffnung des Dingwegs

391_ExWoSt_130210_General-Anzeiger DIngwegeröffnung
Artikel aus dem General-Anzeiger Magdeburg vom 10.02.2013 über die Eröffnung des Dingwegs.
391_ExWoSt_130209_MVS_Dingwegeröffnung
Artikel aus der Magdeburger Volksstimme vom 09.02.2013 über die Eröffnung des Dingwegs.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Dingweg – was er will und soll – Eine Einladung

Handle stehts so, dass die Anzahl

der Möglichkeiten wächst.

Heinz von Foerster

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Die „alte Apotheke“ Buckaus – eine Station des Dingwegs. Foto: Stadtplanungsamt.

Der Stadtraum ist ein Versammlungsraum von ‚Dingen’. Und zwar von ganz verschiedenen Dingen, die in ihm einen Ort haben: Ein Versammlungsraum von Alltagsdingen, Kunstdingen, Häusern in ihrer Dinglichkeit mit Türen, Fenstern, Wänden, Schriftzügen. Ein Versammlungsraum aber auch von Naturdingen wie Bäumen, Büschen, Hecken, Blumen, von ‚technischen’ Dingen wie Laternen, Fahrrädern, Autos und von Ausstattungsdingen wie Bänken, Spielgeräten, Schildern, Wegen, Straßen, Ampeln, Haltestellen, Müllkörben.

So wie sich die Dinge zusammengefunden haben, bilden sie im städtischen Raum ein ‚Ensemble’ von zahlreichen Stimmen und Tönen, die mit ihrem Dasein und Zusammensein den städtischen Raum gemeinsam prägen. Das geschieht, ohne dass jemand oder etwas diesem Ensemble gesagt haben würde, was es als Ensemble für ein ‚Stück’ zum Erscheinen und Erklingen bringen soll.

Und so findet sich im Zusammenspiel der mehr oder weniger zufällig versammelten ‚Ensembles’ mehr oder weniger Vielfalt, Breite, Passung, Aufeinander-Bezogenheit. Und insofern ergibt sich im städtischen Raum auch mehr oder weniger Wohlklang, mehr oder weniger belebende, tragende, beheimatende oder einladende Gestimmtheit.

Da wo eine insgesamt eher positive Gestimmtheit entsteht, kann sie produktiv auf die Menschen, denen sie entgegenschallt, wirken. Da wo durch das enstandene Ensemble Mißklang und Dis-harmonie aufkommen, kann auch diese Gestimmtheit auf Menschen ausstrahlen und sich ggf. für sie als beeinträchtigend auswirken.

 

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Eine Station des Dingwegs. Foto: Stadtplanungsamt.

Was macht nun den Dingweg aus? Mit dem Dingweg werden die bestehenden ‚Ensemble’ im Stadtteil aufgegriffen und – wo immer möglich – durch eine Ergänzung mittels zusätzlicher ‚Dinge’, die auf dem Dingweg ihren Ort finden, erweitert.

Der Sinn sollte offensichtlich sein: Es geht dabei um eine ‚Bereicherung’ des je vorfindlichen ‚Ensembles’ im Sinne seiner Ergänzung und Ausdiffferenzierung, seiner produktiveren Gestimmtheit und seiner Rhythmik, seiner inspirierenden Kraft und Lebendigkeit. Die erweiterten Klangkörper wollen und sollen den Menschen produktive Gestimmtheiten anbieten und damit die konkreten Lebens- und Aktionsmöglichkeiten der Nutzer der verschiedenen Wegstrecken im Stadtteil vergrößern.

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Die „Buckauer Apotheke“ im Dingweg. Foto: Stadtplanungsamt.

So entstehen wünschenswerterweise neue städtische ‚Spielräume’, deren Angebot allen ihren Nutzern jeweils bereicherte Möglichkeiten eröffnen kann und soll. Dabei sind und bleiben die sich ergebenden Klänge der Ensembles verschieden und sie werden verschiedene Menschen unterschiedlich stark ansprechen, tragen und anregen können.

Der Dingweg ist also ein Weg durch städtische Ensembles und Klänge, die in ihrer Summe die Verschiedenheit und den Reichtum des Stadttteils Buckau zeigen, vergrößern und erschließen wollen: Es ist ein Weg für viele verschiedene Menschen und Gruppen. Ein Weg, der lebendig wird in dem Maße und in der Weise, wie sich Menschen auf ihn einlassen mögen und können.

Finden Sie heraus, was der Dingweg Ihnen bieten und mit Ihnen werden kann.