Als Engpass wird ein Ausläufer der Schönebecker Straße bezeichnet, der die Hausnummern 15 bis 115 beherbergt und im Magdeburger Stadtteil Buckau liegt. Auf gerader Strecke bildet er eine verkehrsberuhigte Sackgasse, von der die Dorotheenstraße und die Gärtnerstraße seitlich abgehen. Charakterisiert wird der Straßenzug durch die Sankt-Gertrauden-Kirche und Reihenhäuser des ehemaligen Industriezeitalters.
Bis in die Zeiten der DDR galt der Buckauer Engpass als beliebte und in ganz Magdeburg bekannte Geschäftsstraße. Die Erdgeschosse der Reihenhäuser waren alle gewerblich genutzt, Menschen tummelten sich auf den Bordsteinen, es herrschte geschäftiges Treiben.
Doch als die ersten Einkaufszentren in der Stadtmitte entstanden, mussten die Geschäfte im Engpass schließen. Für die Kundschaft war es bis zur Elbe ein weiter Weg, um Einkäufe zu Fuß zu tätigen, also blieben die Käufer im Engpass aus. Mit dem Ladenschluss vieler Geschäfte verlor die Straßenzeile ihr urtümliches Bild und damit auch seine Bewohner. Viele Häuser standen zur Zeit der Wende leer und konnten angesichts ihrer baulichen Mängel und der überdurchschnittlich hohen Arbeitslosigkeit im Viertel keine neuen Mieter anlocken. Umweltbelastungen durch Industrieproduktionen und die weitere Vernachlässigung baulich dringender Sanierungsarbeiten führten schließlich dazu, dass mehr als ein Drittel der einst prachtvollen Gebäude leer stand.
Das Sanierungsprogramm von 1992 sollte aber Veränderungen bringen. In umfassenden Bestandsaufnahmen besichtigte man die Häuser und stufte sie in ihrer Tauglichkeit als Wohnobjekte ein. Außerdem fasste man Pläne, um der zerfallenen und verlassenen Straße wieder neuen Glanz zu verleihen. Mit der Aufnahme Buckaus in das Städtebauförderungsprogramm Sachsen Anhalts gab es wieder Hoffnung für den einst so beliebten Engpass.
Über fünfzehn Jahre wurden die ausgewählten Häuser ausgebaut und saniert, im Jahr 2009 wurde auch das Straßenpflaster einer baulichen Verschönerung unterzogen. Mit der Zeit haben sich modernisierte Wohnungen hinter gepflegten und frisch geputzten Fassaden in das Stadtbild eingebettet. Vor einigen Wochen erst wurde das Gebäude in der Schönebecker Straße 115 vollendet. Damit sind wieder neue luxuriöse Wohnungen mit Elbufer- und Stadtnähe entstanden, die schon bald mit dem Einzug zufriedener Mieter rechnen können.